Großer Winterputz

Alle machen mit, jeder hat seine Putzgruppe. Die ersten Heckenscheren beschnippeln schon fleißig die Büsche an der thailändischen Fahne. Um sie ungehindert hissen zu können, muss auch der Baum daneben ein paar Äste hergeben. Ein 13-jähriges Mädchen klettert hinauf und macht sich mutig ans Werk. In der Versammlungshalle gibt es eine Schlitterpartie; ein paar Jungen rutschen mit Wischmops über den nassglänzenden Fliesenboden. Bei einem Rundgang gibt es noch mehr zu entdecken. Im Religionsraum sitzen die großen Mädchen mit gold-weißen Papierkronen auf dem Kopf und gestalten große Plakate und hängen Tücher an die Wände. Dahinter kreischen die Kindergartenkinder, die sich im Beet tummeln. Mit Spaten und Schippen organisieren sie ganz ohne Lehrer ihre Gestaltung der Anlage. Überall raschelt und staubt es, am Wegesrand hocken Kinder und bestücken kleine Blumentöpfe. Der Englischraum bekommt neue rote Farbe an die Backsteinwand. Die Wiesen duften, der Rasenmäher rattert. Vorbei an kleinen Jungen, die mitten in der Hecke sitzen, wuselt ein weiterer Trupp und säubert die Steinbänke. Die Bibliothek wird durchsortiert, im Lehrerbüro räumen Kinder und Lehrer gemeinsam auf. Und es scheint, als haben alle viel Spaß dabei. Warum Winterputz? Nun, Frühling und Herbst gibt es hier nicht, aber der Winter steht vor der Tür, und vielleicht besucht uns auch bald eine berühmte Persönlichkeit.


Maria Hildesheim
Studentin aus Potsdam